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Stummfilm-Vertonungen


Die im folgenden aufgeführten Film-Vertonungen müssen leider aus Gründen des Urheber- und Aufführungsrechts einer Öffentlichkeit vorenthalten bleiben. Die Auflistung dient somit lediglich zur Dokumentation des Erarbeiteten sowie als Anregung zum Nacheifern für Musikpädagogen und Schüler im Fach 'Komposition' und 'Elektronische Tasteninstrumente'. Beteiligt an den Kompositionen und Aufnahmen haben sich Schüler aus meinem privaten Instrumentalunterricht sowie Schüler der Musikschule Paul Hindemith Neukölln in Berlin. (www.musikschuleneukoelln.de)


'Grief in Bagdad'

Dies war der erste Film, den ich mit Schülern aus meinem Unterricht vertont habe. Im wesentlichen entwickelten sich die Kompositionen für den Film aus Improvisationen über die Zigeuner-Tonleiter.

Infos zum Film: 1924 wurde mit THE THIEF OF BAGDAD (dt. DER DIEB VON BAGDAD) ein unglaublich teures und aufwändiges Orientmärchen produziert, wenngleich wenig anspruchsvoll. Der Film enstammt zwar offiziell der Regie des damals noch weitgehend unbekannten Raoul Walsh, stand aber ganz unter der Kontrolle seines männlichen Protagonisten, des damaligen Stars Douglas Fairbanks. Der Kurzfilm GRIEF IN BAGDAD (dt. DER SCHELM VON BAGDAD) erzählt ebenfalls die Geschichte aus THE THIEF OF BAGDAD, allerdings in Kurzform und auf parodistische Weise. (Alle wesentlichen Rollen wurden von Affen gespielt.)


'Ben Hur'

Der ursprünglich zweieinhalbstündige Film wurde auf eine Laufzeit von 50 Minuten gekürzt. Details zur Vertonung: In zwei Szenen wurde das Bild nach der Musik geschnitten. (Bei den Holzblockschlägen im Inneren der Galleere und während des Wagenrennens.) / Für das Wagenrennen entstand eine artifizielle Musik, die man als akustische Zeitraffer-Aufnahme bezeichnen könnte. / Für die Untermalung der Schiffsschlacht wurde eine Melodie nach dem Zufallsprinzip zeitlich versetzt aufgenommen, um ein dem unkontrollierten optischen Schlachtengetümmel entsprechendes akustisches Chaos zu erzeugen.

Allgemeine Infos zum Film:

Nach dem Bestseller von Lewis Wallace entstand mit diesem Stummfilm eine aufwendige Inszenierung (u.a. 42 Kameramänner) mit grandiosen Kampf- und Massenszenen und einem atemberaubenden Wagenrennen. Um realistischere Filmszenen zu erhalten, bot man den Wagenlenkern eine Siegesprämie von 5.000 Dollar an. Es handelte sich um Pferdeerprobte Cowboys. Ein zufälliger Unfall, in den mehrere Wagen verwickelt waren, wurde in den Film eingebaut.

Die Verfilmung dauerte vier Jahre. Ben Hur war die teuerste, technisch aufwendigste und erfolgreichste Produktion der Stummfilmära. Die Produktionskosten lagen damals bei 4 Mio. Dollar. (Nach heutiger Entsprechung ca. 40 Mio. Dollar.)

Ben Hur beinhaltet einige der ersten Farbsequenzen der Filmgeschichte.

Ramon Navarro, der Darsteller des Ben Hur, rief in den 20er Jahren Massenhysterien bei den weiblichen Zusehern hervor.

William Wyler, der 34 Jahre später das Remake mit Charlton Heston drehte, wirkte bei dem Film bereits als Assistent mit.


'Big Business'

Zur Vertonung: Es wurden zahlreiche Geräusche aufgenommen und mit einer Filmmusik kombiniert, die sich ausschließlich aus Weihnachtsliedern speist, welche zum Teil bis an die Grenze des gerade noch Erkennbaren umarrangiert wurden.

Infos zum Film:

„Big Business" aus dem Jahr 1929 wird als eines der Kurzfilm-Meisterwerke von Stan Laurel und Oliver Hardy bezeichnet. Laurel und Hardy gingen beide durch die harte Schule der Minstrel- und Vaudeville-Bühnen-Shows, so wie Keaton, Lloyd, und natürlich Chaplin. Der Übergang vom Bühnenstar zum Filmdarsteller war in den 1910er und 1920er Jahren dann nur ein kleiner Schritt, denn der Film brauchte dringend neue Gesichter. Ein treibender kreativer Faktor bei den Dreharbeiten war meist Stan Laurel. Seine Ideen, Improvisationen und Einfälle flossen fortwährend in die Inszenierung ein. Wie funktioniert die Komik in „Big Business"? Mit einer einfachen Rahmengeschichte: Stan und Ollie verkaufen Weihnachtsbäume in Los Angeles. Doch ihre Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt. Als sie sich ausgerechnet an den schlechtgelaunten Besitzbürger James Finlayson geraten, ist der Grundstein für einen herrlichen Konflikt gelegt. Mit dem Abknicken iher Baumspitze durch die zuschlagende Tür des Finlayschen Heims beginnt die Zerstörungsorgie. Finlayson zerlegt das Fahrzeug von Stan und Olli, diese demolieren dessen Haus. Das materielle Ziel des gegenseitigen Destruierens kündigt sich für den Zuschauer vorzeitig an, darin also liegt nichts Überraschendes. Aber es ist das absurde „Wie", das erheitert. Die Kontrahenten versuchen nicht, sich gegenseitig von ihrem Tun abzuhalten, sondern lassen den anderen unbehelligt sein Zerstörungswerk vollführen. Dann kommt die ebenfalls ungehinderte Revanche. Es ist dieses seelenruhige, irreale Abwarten der Streithähne, welches den komischen Effekt hat. Inszenierung und Darstellung wissen darum, und verstärken noch ihre Bemühungen, den Spannungsbogen möglichst bis kurz vor dem Zerreißen zu strapazieren. Die Filmwissenschaft hat für dieses sich langsame, aber unabwendbare gegenseitige Hochschaukeln der Ereignisse den Begriff des „Slow Burn" geprägt. Eine Technik, die Laurel und Hardy in ihren Filmen zur großen Meisterschaft gebracht haben. „Big Business" ist eines der absurdesten Werke der Filmgeschichte. „Big Business" wurde in einer Ton– und einer Stummfilmversion gedreht.


'James Bond 007 - Sag niemals nie / Never say never again'

Dem kompletten Spielfilm, dessen ursprüngliche Original-Filmmusik damals künstlerisch etwas unglücklich geriet, wurde durch einen einzelnen Schüler in aufwendiger Arbeit thematische Musik in vielfältigen Variationen hinzugefügt.


'Siegfried'

Die Handlung in Fritz Langs bildgewaltigem Filmkunstwerk 'Siegfried' orientiert sich an der Handlung des Nibelungenliedes und erzählt die Geschichte beginnend mit Siegfrieds Aufbruch aus der Schmiede Mimes. Ein erster spektakulärer Höhepunkt des Films ist der Kampf Siegfrieds mit dem Drachen, dessen Blut ihm Unverwundbarkeit schenkt. Es folgt die Begegnung mit dem heimtückischen Zwergenkönig Alberich, der im Besitz einer Tarnkappe ist, die ihren Träger unsichtbar werden läßt. Alberich führt Siegfried zum Nibelungenhort. Im weiteren Verlauf des Films zieht Siegfried an den Hof der Burgunden und bittet König Gunther um die Hand seiner Schwester Kriemhild. Als Gegenleistung für die Eheschließung muß Siegfried König Gunther helfen, die kriegerische Brunhild in einem Dreikampf zu besiegen. Dramatischer Schlußpunkt des Films ist die durch den finsteren Hagen von Tronje ausgeführte heimtückische Ermordung Siegfrieds und der anschließende Racheschwur Kriemhilds.

Anhand der Vertonung dieses Films wurde der erfolgreiche Versuch unternommen, für Original-Aufnahmen klassischer Orchestermusik Überleitungen zu komponieren, die den Effekt hatten, daß die klassischen Stücke organisch / quasi unbemerkt in neue, am Keyboard aufgenommene Musikpassagen übergingen.


'Frau im Mond'

Die Vertonung dieses trotz Kürzung noch immer sehr langen Science-Fiction-Films von Fritz Lang war mit ihren stilistisch und klanglich manigfaltigen Elementen die bisher aufwändigste Arbeit. Ein Mammut-Projekt, das als zusätzliche Aufgabe während des Instrumentalunterrichtes nur einem mit der Materie bereits erfahrenen Lehrer zu empfohlen ist.


'Tarantula'

Aus dem einstigen Tonfilm wurde durch Kürzen der Dialog-Passagen, Einblenden der deutschen Untertitel und Deaktivieren des O-Tons ein Stummfilm erstellt, der sich  spielend einfach zur Vertonung mit Instrumentalschülern jeden Alters eignete. Selbst die Jüngsten waren in der Lage, die schlichten musikalischen Prinzipien des Horrorfilms (wie etwa Dissonanzen, unruhiger Puls in der Musik, besonders hohe / tiefe Lagen bestimmter Instrumente / Klangfarben) erfolgreich anzuwenden.